Das Kartell

Offiziell führen wir das Kartell. Inoffiziell hat die Königin im Stock das letzte Wort, und wir haben früh gelernt, das zu respektieren.

Die Patin

Lange bevor es ein Kartell gab, gab es sie. Unsere Patin hat genau das Stück Land bewirtschaftet, auf dem heute unsere Bienenvölker stehen, mit einer Selbstverständlichkeit, die man sich heute mühsam antrainieren muss. Sie hat nie gejammert. Sie hat gemacht. Hart, wenn es sein musste. Liebevoll, wenn es gepasst hat. Sie hat die beiden nie verwechselt.

Hinterlassen hat sie keine Gebrauchsanweisung, sondern eine Haltung, die sich bis heute durchzieht: Wer jammert, hat noch nicht genug zu tun. Diese Haltung ist der eigentliche Grund, warum es das HonigKartell gibt.

Die Bosse

Drei Köpfe, eine fixe Idee: Nicole, Silvia und Stefan. Wir sind keine Influencer, die zufällig Bienen entdeckt haben, und keine Agrardynastie mit Expansionsplänen. Wir sind drei Leute, die gemeinsam entschieden haben, es richtig zu machen, auch wenn „richtig“ heißt, im ersten Jahr nichts zu verkaufen.

Geöffneter roter Bienenstock mit Rähmchen voller Bienen

Nicole

La Mamma

Merkt, wenn es einem Volk nicht gut geht, bevor es die anderen sehen. Kümmert sich um Bienen, Menschen und Nachwuchs, und bei ihr wird kein Kaffee kalt. Fürsorglich, aber man widerspricht ihr nicht. In jeder Familie gibt es eine, die alle zusammenhält. Bei uns ist das Nicole.

Silvia

La Consigliera

Hat den Plan, den Kalender und die Liste mit den Listen. Wenn im Kartell etwas pünktlich passiert, war das kein Zufall, sondern Silvia.

Stefan

Il Procacciatore

Egal, was gebraucht wird: Stefan weiß, wo es das gibt, oder er baut es selbst. Stockmeißel, Futterzarge, Mäusegitter, Ersatzteil fürs Ersatzteil. Fragen stellt er keine. Er steht einfach damit vor der Tür.

Zusammen sind wir das mittlere Management. Die Chefin sitzt im Stock.

Zwei Imker in Schutzkleidung arbeiten am roten Bienenstock auf einer Wiese im Südburgenland
Zwei Bosse bei der Arbeit. Die eigentliche Chefin sitzt im Kasten.

Unsere erste Entscheidung

2026 sind die Völker eingezogen. Andere hätten im ersten Sommer geerntet, möglich wär’s gewesen. Wir haben nichts genommen.

Ein junges Volk, das seinen eigenen Honig behalten darf, geht stärker in den Winter. Jedes Kilo, das wir nicht ernten, muss nicht durch Zuckerwasser ersetzt werden. Wir nennen dieses Jahr Ernte Null. Es ist kein Produkt. Es ist das Versprechen, auf dem alles andere steht.

Das Manifest

Erst die Bienen.
Dann der Honig.
Keine Ausnahmen. Keine Abkürzungen.

Unsere Völker sind neu. Sie brauchen dieses erste Jahr, um sich aufzubauen, nicht um uns etwas zu liefern. Der Honig, den sie machen, gehört ihnen. Ganz. Ohne Ausnahme.